Einlagen für den Laufsportler ‚- machen die Sinn?

Etwa die Hälfte aller Menschen haben Fehlstellungen der Füße oder Kniegelenke. Das ist zunächst einmal überhaupt nicht tragisch, denn in den meisten Fällen treten keine Schmerzen auf. Allerdings ist fast jede Fehlstellung mit einem gestörten Bewegungsablauf in den Gelenken verbunden. Kommt dann noch ein ordentliches Laufpensum dazu, ist der Verschleiß erhöht und die Gefahr von Beschwerden vergrößert.

Klassisch sind dies bei Läufern die Achillessehne und die Kniegelenke, die anfangen zu meckern.

Es ist in jedem Fall sinnvoll, dass ein Fachmann den Bewegungsablauf untersucht und mögliche Fehlstellungen feststellt. In den einfachen Fällen kann ein entsprechender Laufschuh die nötigen Stützen und Polsterungen liefern. Bei komplexeren Fehlbewegungen jedoch muss der Fuß in seinem Abrollvorgang Schritt für Schritt untersucht werden, um dann eine Bewegungskorrektur vorzunehmen, die weder ein Schuh noch eine Einlage „von der Stange“ leisten können.

In solchen Fällen sind es Orthopäden oder Sportärzte, die eine Fehlstellung bestätigen und eine orthopädische Einlage als medizinisches Hilfsmittel rezeptieren. Solche Einlagen werden stets individuell an die Form der Fußgewölbe und an den Abrollvorgang angepasst. Sie sind nicht mit konfektionierten Einlegesohlen zu vergleichen.

Optimal ist es, wenn Orthopädieschuhtechniker und Sportschuhfachhändler kommunizieren, denn natürlich muss der Schuh zur Einlage passen und umgekehrt. Ein Zuviel an Stütze kann nämlich genauso schädlich sein, wie ein zu schlapper Schuh. Der Trend zum „Barfußschuh“ wird medizinisch und wissenschaftlich mittlerweile auch kritisch gesehen. Zu viele Knickfußläufer haben sich – im guten Glauben in die Wirkung dieser Schuhe – Achillessehnen und Sprunggelenkbeschwerden zugezogen. Gerade daher ist eine biomechanische Laufanalyse so sinnvoll, um den Laufstil und den daraus resultierenden Schuhtyp festzulegen. Dazu gehört tiefes medizinisches Wissen, weil auch die Bewegung der Knie- und Hüftgelenke mit betrachtet werden müssen.

Die Firma Zender Orthopädie bietet Gang- und Haltungsanalysen an, und bespricht danach mit Sportler, Arzt und Sportschuhfachhändler, welche Maßnahmen die sinnvollsten sind. Nicht immer sind Einlagen notwendig –oft reicht der passende Schuh und ein sportliches Übungsprogramm. Nur medizinisch und sportwissenschaftlich geschulte Mitarbeiter führen diese Analysen durch, um zu garantieren, dass alle wichtigen Körperebenen betrachtet werden, denn auch eine stabile Rumpfmuskulatur ist für einen Langstreckenläufer wichtig.

 

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